Glossar

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B

  • benigne

    Dieses Wort ist der Fachbegriff für gutartig. Benigne Tumore unterscheiden sich von malignen (bösartigen) darin, dass sie langsam und nicht-invasiv wachsen und keine Tendenz zu einer aggressiven Ausbreitung und Metastasenbildung haben. Sie verdrängen allerdings das umliegende gesunde Gewebe und können durch Druckatrophie oder den Verschluss von Hohlorganen schädigend sein; sie werden dann als „biologisch maligne“ bezeichnet. 

  • Biopsie

    bei einer Biopsie werden Gewebe oder Zellen aus dem lebenden Organismus entnommen. Dies geschieht in der Regel, wenn ein Arzt auffallende Gewebeveränderungen entdeckt. Das Material wird anschließend vom Pathologen unter dem Mikroskop untersucht. Dadurch wird abgeklärt, ob es sich um gut- oder bösartige Gewebeveränderungen handelt.
    Außerdem können Biopsien im Rahmen von Routineuntersuchungen oder Kontrollen entnommen werden.

C

  • CUP-Syndrom

    Während man früher vom „Krebs mit unbekanntem Ursprungstumor“ sprach, hat sich heute die Abkürzung der englischen Umschreibung „Cancer of Unknown Primary“ durchgesetzt. Dabei werden Metastasen an unterschiedlichen Stellen des Organismus gefunden, die meist uncharakteristische Beschwerden hervorrufen. Der maligne Primärtumor ist unbekannt bzw. nicht auffindbar. Pathologische Untersuchungen des Metastasengewebes führen zu Rückschlüssen auf den Ursprung des Krebses und zu Behandlungsoptionen. Das CUP-Syndrom, das meist mit einer sehr ungünstigen Prognose einhergeht, tritt nur bei 3 – 4 Prozent der Patienten auf.

D

  • DNA

    Die Desoxyribonukleinsäure ist das permanente Speichermedium unserer Erbinformation.  Grundbaustein der DNA ist das Nukleotid, dessen Bestandteile durch Wasserstoffbrücken miteinander verbunden sind. DNS-Ketten bilden darüber eine spiralförmige Doppelhelix.
    Der Name Desoxyribonukleinsäure kommt zustande, weil Nukleinsäuren in den meisten Oragnismen aus Desoxyribose bestehen.

  • DNA-Sequenzierung

    1977 von F. Sanger entwickelt und 1980 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Eine molekularbiologische Schlüsselmethode, bei der die Abfolge der Nukleotide in einem DNA-Molekül bestimmt wird. Voraussetzung ist ausreichend DNA-Material, das durch eine PCR vervielfältigt wird.
    Die DNA-Sequenzierung ist Bestandteil vieler genetischer Untersuchungen in der Medizin, um Rückschlüsse auf Grundlagen und Behandlungsmöglichkeiten zu führen.

E

  • Eilschnitt

    Befundung geschieht schneller als üblich. Im Gegensatz zum Schnellschnitt ist es eine Untersuchung am Paraffinmaterial und nicht am gefrorenen Material. Erfolgt in der Regel an Biopsaten und nicht an Resektaten. Der Eilschnitt dient der schnellen Einleitung einer Therapie.

  • Epithelzellen

    Epithel ist das Deckgewebe, eines der vier Grundgewebearten. Es besteht aus polaren Zellen. Epithelzellen bedecken ein- oder mehrlagig alle äußeren und inneren Körperoberflächen. Sie enthalten keine Blutgefäße. Epithelzellen dienen z.B. als Barriere gegen mechanische Verletzungen, eindringende Mikroorganismen und Flüssigkeitsverlust.

H

  • Hämatopathologie

    ist der Teil der Pathologie, der sich mit den Erkrankungen des blutbildenden Knochenmarks und der lymphatischen Organe wie Lymphknoten und Milz befasst.

  • Histologie

    Die Histologie ist die Lehre von den biologischen Geweben. Als Teilgebiet der Pathologie beurteilt der Facharzt Gewebeproben, die mittels einer Biopsie oder während einer Operation entnommen wurden, zunächst makroskopisch und anschließend mikroskopisch als hauchdünne gefärbte Schnitte dieser Proben. Er begutachtet die auf Glasträger aufgezogenen Schnittpräparate auf eventuelle maligne Veränderungen im Gewebe. Standardmäßig kommt in unserem Labor die Hämatoxylin-Eosin-Färbung (HE) zum Einsatz, falls nötig weitere spezielle Färbungen.

I

  • Immunhistologie

    Immunhistologische Untersuchungen gehören zu den modernen Standardverfahren in der Pathologie. Sie ermöglichen es beispielsweise, Tumorzellen spezieller zu identifizieren und zu klassifizieren. Schnitte werden im MVZ mit bis zu 100 markierten Antikörpern indirekt oder direkt getestet. Indem so das Epitop (Andockstelle für den Antikörper) sichtbar gemacht wird, können unterschiedliche Antigene nachgewiesen und genauer lokalisiert werden.

  • in situ Hybridisierung (FISH/CISH/SISH)

    Die in-situ-Hybridisierung ist ein molekularbiologisches Spezialverfahren zum Nachweis von Nukleinsäuren.  Das untersuchte Gewebe, bzw. die untersuchten Zellen bleiben hierbei intakt, so dass die Genveränderung sicher auf die Tumorzelle zurückgeführt werden kann. Es gibt verschiedene Arten der in-situ-Hybridisierung, wie FISH (Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung), CISH (Chromogen-in-situ-Hybridisierung) und SISH (Silber-in-situ--Hybridisierung) Auf diese Weise können insbesondere Genamplifikationen und Translokationen untersucht werden.

K

  • Karzinom

    maligner Tumor der Epithelzellen.
    Krebserkrankung, die von der Haut, der Schleimhaut oder dem Drüsengewebe ausgeht.  Bei Frauen kommt am häufigsten das Mammakarzinom, bei Männern das Prostatakarzinom vor.

  • Konsil

    In Krankenhäusern ist dies eine übliche Methode der patientenbezogenen Beratung durch Ärzte verschiedener Fachrichtungen. Meist bleibt es intern auf eine Klinik beschränkt, es gibt jedoch auch das externe Konsil mit größerem Aktionsradius. Während beim Tumorboard immer ein Onkologe und ein Pathologe anwesend sind, kann das Konsil z. B. auch psychiatrische oder geriatrische Schwerpunkte haben.


    Eine aktuelle Liste unserer Konsilpartner können Sie gern anfordern bei:
    Frau Rieger
    Tel: (040) 70 70 85-367
    rieger(at)hp-hamburg.de

L

  • Lymphom (maligne)

    als Lymphome werden Tumore des lymphatischen Systems bezeichnet. Maligne Lymphome sind bösartige Neoplasien, die im lymphatischen Geweben von einer Urprungszelle (monoklonal) ausgehen. Lymphatische Zellen selbst befinden sich in Lymphknoten, Tonsilen, Milz und im Knochenmark. Nach WHO-Klassifikation unterscheidet man zwei große Gruppen, denen alle Erkrankungsformen zugeordnet werden: das Hodgkin-Lymphom und Non-Hodgkin-Lymphom.

M

  • maligne

    Fachbegriff für bösartig

  • Melanom (maligne)

    „Schwarzer Hautkrebs“. Ein Melanom entsteht, wenn sich pigmentbildene Zellen (Melanozyten) der Haut oder Schleimhaut zu bösartigen Zellen wandeln. Dies kann spontan geschehen, durch erbliche Veranlagung oder hohe UV-Belastung. Trotz fehlender Beschwerden und einer geringen Größe können Melanome bereits frühzeitig Metastasen in Lymphknoten und anderen Organen bilden.

  • Molekularpathologie

    Im molekularpathologischen Labor werden ergänzend zu klassischen histologischen Untersuchungen genetische Analysen über den Hintergrund von Erkrankungen vor allem im Tumorbereich und in der Infektiologie erstellt. Pathologen und Molekularbiologen testen Nukleinsäuren (DNA und RNA) ebenso wie Nukleotidsequenzen auf Veränderungen, die einer malignen Erkrankung zugrunde liegen. Auch prognostische oder therapeutische Relevanz kann bestimmt werden. Die Molekularpathologie ermöglicht auf den jeweiligen Patienten zugeschnittene Diagnosen und individuelle Therapien.

N

  • Neoplasie

    Im weiteren Sinne meint Neoplasie die Zunahme des Volumens eines Gewebes, im engeren Sinne eine Neubildung von Körpergewebe durch eine Fehlregulierung. Der Begriff beinhaltet keine Unterscheidung von einer benignen oder malignen Dignität (also Gut- oder Bösartigkeit). Die Neoplasie kann solitär oder an mehreren Stellen des Organismus gleichzeitig auftreten.

  • Next Generation Sequencing

    wurde in den letzten Jahren entwickelt und ist dabei, die Molekularpathologie vollständig zu revolutionieren. Mit ihrem hochparallelen Einsatz ist es möglich, den Prozess des DNA-Sequenzierens wesentlich zu beschleunigen. Beim NGS-Verfahren können Millionen  Sequenzierreaktion gleichzeitig stattfinden, da automatisierte, von Maschinen bearbeitete Prozesse ablaufen. Durch Mehrfachlesung des Materials wird die Genauigkeit deutlich erhöht.

O

  • Obduktion

    Bei der Obduktion wird der Leichnam eines Toten geöffnet, um die genaue Todesursache und die zugrundeliegende(n) Erkrankung(en) festzustellen. In der Pathologie wird in der Regel nur seziert, wenn ein natürlicher Tod vorliegt und die Angehörigen zustimmen. Sie unterstützt die Qualitätssicherung in der Medizin, hilft eventuellen familiären Risiken auf den Grund zu gehen und wird von Versicherungen - zum Beispiel bei Berufserkrankungen - herangezogen.

P

  • PCR

    Die Polymerase Chain Reaction (Polymerase Kettenreaktion) ist eine der wichtigsten Methoden der Molekularpathologie. Dabei wird die Original-DNA in vitro in einer Kettenreaktion vervielfältigt: Produkte vorheriger Zyklen dienen als Ausgangsstoffe für den jeweils nächsten Zyklus. Dies geschieht durch einen Thermocycler, der die notwenigen Temperaturzyklen selbständig und präzise durchführt.

R

  • RNA

    Die Ribonukleinsäure ist ein aus Nukleotiden bestehender Strang und hat die Aufgabe, in der DNA gespeicherte Informationen zu übertragen und zu übersetzen. Außerdem hat die RNA Einfluss auf die Genaktivität. Es existieren unterschiedliche RNA-Varianten, wie z.B. die mRNA (Messenger- oder Boten-RNA), tRNA (Transfer-RNA) oder rRNA (ribosomale RNA).

S

  • Sarkom

    maligner Tumor Stützgewebes (Mesenchymal). Sarkome machen nur etwa ein Prozent der malignen Erkrankungen aus. Sarkome lassen sich unterteilen in Hauptgruppen Knochen-, Knorpel- und Weichgewebssarkome, die wiederum verschiedene Untergruppen bilden. Ein Sarkom kann nur mit Hilfe von histologischen Untersuchungen durch einem erfahrenen Pathologen zuverlässig diagnostiziert werden. Häufig sind molekulare Untersuchungen zusätzlich notwendig.

  • Schnellschnitt

    Das Besondere am Schnellschnitt ist die pathologische Untersuchung des Gewebes noch während einer laufenden Operation. Dazu werden Gewebeproben ohne Fixierung im Kryostat angefroren und geschnitten sowie anschließend gefärbt und sofort vom Pathologen begutachtet. Das Ergebnis übermittelt er dem Operateur per Telefon innerhalb weniger Minuten. Es entscheidet über den weiteren Verlauf der Operation mit.

T

  • Targeted Therapy

    auf deutsch zielgerichtete Krebstherapie. Unter diesem Begriff werden unterschiedliche Therapien zusammengefasst, die auf molekulare Merkmale von Tumorgewebe wie Botenstoffe, Bindungsstellen und Signalwege abzielen, die das Krebszellenwachstum beeinflussen. Die molekularen Bestandteile müssen vorher untersucht werden, ob sie die entsprechenden Zielmerkmale aufweisen. Die neuartigen Therapien können alleine oder in Kombination mit konventionellen Behandlungsmethoden eingesetzt werden.

  • Tumorboard

    Expertenrunde, in der unsere Pathologen mit dem jeweils zuständigen Onkologen und weiteren Ärzten verschiedener Fachrichtungen Tumorfälle diskutieren. Gemeinsam erstellen sie die Diagnose und legen die maßgeschneiderte optimale Behandlung für den Patienten fest. Regelmäßige Rückmeldungen fließen in den weiteren Therapieverlauf ein.

Z

  • Zytologie

    In der zytologischen Diagnostik werden anstelle von größeren Gewebeproben einzelne Zellen oder kleine Zellgruppen eingefärbt und mikroskopisch untersucht. Die Bandbreite an möglichen Erkenntnissen ist geringer als in der Histologie. Dafür ist die Entnahme von Zellen für den Patienten schonender als die ganzer Gewebekomplexe. Die durch Abstrich oder Punktion entnommenen Zellen kommen besonders im Rahmen von Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen zum Zuge (Beispiel: Zervixkarzinom).